Wafios AG: Energie-Modernisierungskonzept
10. Dezember 2017

Wafios AG: Energie-Modernisierungskonzept


Wafios AG: Effizientes Zusammenspiel von Strom und Wärme
Vor etwas mehr als einem Jahr hat die Wafios AG in Reutlingen zwei Blockheizkraftwerke in Betrieb genommen. Jetzt liegen die ersten Abrechnungen vor. Beide Anlagen halten, was in der Kalkulation veranschlagt wurde. Ein Beispiel für ein gelungenes Energie-Modernisierungskonzept.
Blockheizkraftwerke (BHKW) arbeiten nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Sie gelten als besonders effizient, was die Nutzung der Primärenergie angeht. Der Energiemix aus Strom und Wärme sorgt für Wirkungsgrade bis 90%. Für dieses Konzept entschied sich Ende 2015 auch die Wafios AG, um damit vor allem den Wärmebedarf zu decken. „Mit dieser Entscheidung tragen wir nicht nur aktiv zum Umweltschutz bei, sondern sparen gleichzeitig Energiekosten. Das sind zwei Aspekte, die uns enorm wichtig sind“, so Martin Holder, Vorstand der Wafios AG.

Wafios Reutlingen PR© Wafios AG
Die Ausgangssituation in dem Reutlinger Unternehmen war die: Die alten Heizkessel mit Gas-Öl-Kombikesseln im Werk 1, Silberburgstraße, und im Werk 3, Am Heilbrunnen, waren in die Jahre gekommen. Es bestand Handlungsbedarf, die Technik zu erneuern – oder auch gänzlich umzurüsten. Angebote von Firmen, die Blockheizkraftwerke installieren, lagen bereits vor. Holger Vöhringer von der Abteilung Betriebserhaltung bei Wafios nahm das Projekt unter seine Fittiche, prüfte die Angebote und erarbeitete schließlich zusammen mit der Fa. Jörke & Weber Haustechnik GmbH aus Ettlingen eine maßgeschneiderte Auslegung: Für Werk 1 ein BHKW mit 199 kW elektrischer und 263 kW thermischer Leistung, für Werk 3 ein BHKW mit 50 kW elektrischer und 81 kW thermischer Leistung. Die Anlagen werden durch Erdgas betrieben und arbeiten, wie bei BHKWs üblich, wärmegeführt, d.h. sie gehen ausschließlich dann in Betrieb, wenn ein Wärmebedarf besteht. In der kalten Jahreszeit laufen sie rund um die Uhr und erbringen die Grundlast an Wärme. Spitzenbedarfe darüber hinaus werden durch Gasbrennwertkessel abgedeckt. In der Übergangszeit oder im Sommer fahren die BHKW nur an kalten Tagen hoch.Die elektrische Leistung, die im Betriebsfall verfügbar ist, braucht Wafios nicht mehr aus dem Netz zu beziehen – ein beachtliches Sparpotenzial. Nachts oder an Wochenenden fällt sogar überschüssige elektrische Leistung an, die Wafios über die Next Kraftwerke GmbH ins öffentliche Netz liefert.Etwa ein Drittel der benötigten Primärenergie lasse sich mit so einem Konzept einsparen, sagt die Installationsfirma für die BHKWs. Die Experten errechnen außerdem eine Verringerung der CO2-Emissionen um 367 Tonnen/Jahr.Laut den jetzt vorliegenden ersten Abrechnungszahlen nach etwa einjährigem Betrieb nutzt Wafios mehr als 95% des erzeugten Stromes im Werk 1, und fast 100% im Werk 3 selbst, das sind 4% bzw. 14% über den Prognosen (523.000 kWh und 490.000 kWh). Damit ist das Sparpotenzial höher als erwartet. Im Vergleich zu den Vorjahren, in denen noch die alten Kombikessel (Erdgas und Heizöl) in Betrieb waren, spart Wafios im Werk 1 19% und im Werk 3 12% an Energiekosten. Holger Vöhringer rechnet aufgrund dieser hervorragenden Zahlen mit einer Amortisationszeit der BHKW von etwa 5-6 Jahren. Hätte das Unternehmen in die Modernisierung der bisherigen Technik investiert, hätte es zwar ebenfalls Einsparungen erzielt, aber längst nicht in dieser Größenordnung, betont Vöhringer.